Kälte als therapeutischer Effekt
Mein Selbstversuch in der Kältekammer
Bevor man in die Kältekammer gehen darf wird mittels EKG und ärztlicher Untersuchung abgeklärt, ob mein Körper mit der Belastung klarkommt. In einem Fragebogen werden meine Vorerkrankungen abgefragt, damit eventuelle Kontraindikationen ausgeschlossen werden können.
Als das ärztliche „Go“ kam war ich startbereit für die Kältetherapie. Mein erstes Mal in der Kältekammer war sehr aufregend. Zur Sicherheit wird kurz davor noch ein Blutdruckcheck gemacht. Wäre mein Blutdruck zu hoch gewesen, also über 160/90 HG, hätte mein Experiment abgebrochen werden müssen.
Genau genommen sind es drei geschlossene Kammern.
Kammer Nr. 1: Bei -10 Grad dreht man ein paar Runden zum „Ankommen“.
Kammer Nr. 2: Bei -60 Grad gelangt man in die „Aufwärmphase“.
Kammer Nr. 3: Jetzt geht’s los bei konstanten -110 Grad.
Maximale Aufenthaltsdauer bei -110 Grad sind exakt 3 Minuten.
Ich bekomme einen Mund-Nasen-Schutz, damit ich die kalte Luft nicht direkt einatme.
Rein in die gute Stube
Schnappatmung! „Brrrrrr ist das kalt“. Aber nicht so kalt wie ich erwartet hatte. Tief Luft holen und einatmen. Das war ein Fehler. Mir wurde gleich ein bisschen schwindelig im Kopf und ich spürte einen leichten Druck im Brustkorb.
Kurz hatte ich den Gedanken: „Bitte lasst mich raus, ich schaffe das nicht.“ Wir waren zu Dritt in der Kammer. Diese ist ca. 4 Quadratmeter groß und weil die anderen schon erfahren waren, haben sie mich mit ihrer Motivation mitgerissen.
Die Einheit in Kammer Nr. 3 wird von außen von einem Therapeuten durch ein Sichtfenster genau kontrolliert. Zwischendurch kommt immer wieder die Durchsage: „30 Sekunden, 60 Sekunden“ bis wir die maximale Aufenthaltsdauer von drei Minuten erreicht hatten.
Aus meiner Nase wachsen Kältewölkchen und der Mund-Nasen-Schutz wird ein wenig unangenehm feucht.
Ab der letzten Minute beginnt das Zähneklappern. Mir ist kalt. Aber ich muss sagen, im Vergleich dazu, wenn ich an kalten Wintertagen rausgehe, trotz guter und schützender Ganzkörper-Kleidung fühlt es sich unangenehmer und kälter an als in der -110 Grad Kammer.
Nach den 3 Minuten geht es wieder im Kurzdurchlauf durch die Schleusen von -110 Grad zurück auf -60 Grad und -10 Grad.
Mein Danach – Mein „flying high“
Danach fühlt man sich „Flying high„. Ich habe durchgehalten! Ich bin riesig stolz auf mich.
Meine Haut prickelt, ist eiskalt und rosig-rot. Pure Glücksgefühle durchströmen mich. Meine Nackenschmerzen sind wie weggeblasen.
Ganz wichtig ist es, dass man sich jetzt schnell wieder anzieht und ein paar moderate Runden im Stiegenhaus auf- und abgeht oder am Ergometer fährt damit der Kreislauf wieder in Schwung kommt und die Durchblutung wieder angeregt wird.
Ich fühle mich so leicht, energiegeladen und beschwingt. Mein Körper beginnt mit dem Nachschwitzen nach dem „Schüttelfrost-Feeling“.
Eine Stunde nach der Kältetherapie bin ich zum Krafttraining und zu einer Einheit Sensomotorik eingeteilt. Ich fühle mich total leistungsfähig und fit. In der Trainingseinheit steigere gegenüber dem Vortag spielend jedes Gerät um 5 kg. In der Sensomotikstunde ist mein Gleichgewichtssinn besser ausgeprägt als in der letzten Einheit.
In Summe war es eine spannende und coole Erfahrung die ich dann noch Tage später ein zweites Mal wiederholte. Nicht ganz so euphorisch, aber wieder hatte es den schmerzlindernden und glücklichmachenden Effekt wie beim ersten Mal. In der nachfolgenden Nacht schlief ich traumlos und tief bis mich der Wecker zur Morgengymnastik rief.
Zusätzlicher Nebeneffekt: Stopp der beginnenden Symptome meiner Pollenallergie für 2 Tage durch reduzierte Histaminausschüttung durch die extreme körperliche Kurzzeitbelastung.
Danach: Es ist wichtig, nach der Therapie gut in sich hineinzuspüren, achtsam zu sein, denn in dem Hochgefühl kann es leicht passieren, das man dem Körper mehr zumutet als ihm gut tut.
Die Wirkung der Ganzkörperkältetherapie
Der Effekt der Kälte wirkt rasch und innerhalb von Minuten auf die Körperoberfläche ein. Die Lufttemperatur von bis zu -110 Grad Celsius sorgt dafür, dass die Oberflächentemperatur der Haut innerhalb dieser kurzen Zeit auf unter +5 Grad Celsius sinkt.
Das bewirkt im Körper, dass sich durch den extremen Kältereiz die Kapillaren stark verengen. Dadurch wird der Blutfluss in die Haut und auch der Wärmetransport verringert. Gleichzeitig sorgt die starke Wärmeabgabe in der Haut für einen temperatursenkenden Effekt.
In der Haut befinden sich Thermorezeptoren, die auf diese Kälte- und Wärmereize reagieren.
Dadurch werden in der Ganzkörpertherapie Reize über das Periphäre Nervensystem zum Zentralen Nervensystem zum Rückenmark und zum Gehirn geschickt.
Schmerzwahrnehmungen und Schmerzbewertungen werden durch die thermischen Reize beeinflusst und können somit positive Effekte erzielen.

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